Blick auf Rammelsberg
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Kul­tur er­le­ben im Harz


Kultur im Harz – euer Roadtrip für die dunkle Jahreszeit

Mystisch wabern die Nebelschwaden um die Gipfel der Berge und hüllen die Landschaft in einen weißen Schleier. Regentropfen prasseln auf die Oberfläche der Teiche und vermischen sich mit dem Grau des Wassers. Während der Wintermonate zeigt sich der Harz besonders magisch und verspricht einmalige Naturerlebnisse. Für die dunkleren Stunden des Tages oder falls der Regenschutz doch mal nicht ausreicht, bietet der Harz ein einzigartiges Kulturangebot. Bergwerke, Höhlen, Kirchen und Museen lassen auch Regentage kurzweilig erscheinen.

Startet euer Kulturerlebnis in der Kaiserstadt Goslar, dessen Altstadt seit 1992 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft ist. Wenn ihr den Besucherparkplatz direkt an der Kaiserpfalz wählt, seid ihr bereits am Wahrzeichen Goslars. Zwischen 1040 und 1050 unter Heinrich III. erbaut, verbirgt das romanische Meisterwerk eines der größten Saalbauten des Mittelalters. Erkundet die Kaiserpfalz am besten mit einem Audio-Guide, den ihr täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr am Eingang ausleihen könnt. Nur einen Steinwurf von der Kaiserpfalz entfernt, könnt ihr im Zinnfiguren-Museum mit der ganzen Familie auf Erkundungstour der 1000-jährigen Stadtgeschichte gehen. Liebhaber der modernen und zeitgenössischen Kunst kommen im Mönchehaus-Museum mit wechselnden Ausstellungen auf ihre Kosten. Hoch hinaus kommt ihr beim Besteigen des Nordturms der imposanten Marktkirche, die mit ihren zwei unterschiedlichen Türmen bereits von Weitem ein Blickfang ist. Den fantastischen Ausblick über die gesamte Stadt und das Goslarer Umland werdet ihr so schnell nicht wieder vergessen. Stärkt euch danach in einem der vielen schnuckeligen Cafés oder Restaurants; auch Vegetarier und Veganer können sich über ein gutes Angebot freuen.


Der Nachmittag lädt zu einer Erlebnisführung durch das Erzbergwerk Rammelsberg ein, welches gemeinsam mit der Altstadt Goslars seit 1992 und zusammen mit dem 2010 hinzugekommenen Oberharzer Wasserregal das Dreigestirn UNESCO-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft bildet. Der Rammelsberg ist das einzige Bergwerk der Welt, das auf einen beständigen über 1000-jährigen Erzabbau zurückblicken kann. Im Rahmen mehrerer spannender Führungen über- und untertage könnt ihr euch auf die Spuren der alten Bergmänner begeben und dem Erzbergwerk so manches Geheimnis entlocken. Nach einem gemütlichen Abendessen, zum Beispiel im Brauhaus nahe dem Marktplatze, endet euer erlebnisreicher Tag bei einem Glas selbstgebrautem Gose-Bier.

 


Ausgeschlafen und voller Tatendrang führt euch der Roadtrip nun in die höheren Lagen des Harzes. Auf der landschaftlich reizvollen Bundesstraße 241 macht ihr zunächst einen kurzen Abstecher nach Hahnenklee. Die dortige Stabkirche lässt euch glauben, ihr wärt in Norwegen – versprochen. Sie kann täglich bis 17 Uhr besichtigt werden. Auf der Weiterfahrt erreicht ihr im Oberharz die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Ein Muss ist die Besichtigung des Oberharzer Bergwerksmuseums im Stadtteil Zellerfeld. Im ältesten Technik- und Bergbaumuseum von 1892 werden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, die vom Bergbau gelebt haben, zum Anfassen nähergebracht. Unmittelbar verbunden mit dem Oberharzer Bergwerksmuseum ist der Ottiliae-Schacht mit dem ältesten eisernen Fördergerüst Europas aus dem Jahr 1876. Zu bestimmten Zeiten könnt ihr mit der historischen Tagesförderbahn bis auf das Gelände fahren. Auf dem weiteren Roadtrip lohnt sich ein Zwischenstopp an der Marktkirche im Stadtteil Clausthal. Das himmelblaue Barockdenkmal ist die größte Holzkirche Deutschlands und zugleich ein beliebtes Fotomotiv.


Nahe der Bergstadt Bad Grund, wartet im HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle eine regelrechte Sensation. Ihr könnt im Museum am Berg die bislang älteste genetisch nachgewiesene Großfamilie der Welt aus der Bronzezeit bestaunen und viel Wissenswertes darüber erfahren. Wusstet ihr, dass die begehbare 300 Meter lange Iberger Tropfsteinhöhle in einem Korallenriff liegt, das vor etwa 385 Millionen entstanden ist? Im Rahmen einer Höhlen-Erkundung werden diese Besonderheiten thematisiert und erlebbar gemacht.


Ein Wochenende im Harz wird vermutlich nicht ausreichen, um sämtlichen Kulturgenuss aufzusaugen. Ihr habt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, Geschichte hautnah zu erleben, wie zum Beispiel in der Grube Samson in St. Andreasberg, der Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund, im Besucherstollen Scholmzeche in Bad Lauterberg, im 19-Lachter-Stollen in Wildemann, in der Einhornhöhle in Herzberg am Harz, im Industriedenkmal Gießerei Königshütte in Bad Lauterberg oder im Glas- und Hüttenmuseum Wieda. In der Roswithastadt Bad Gandersheim (benannt nach der Dichterin Roswitha von Gandersheim) könnt ihr euch im Portal zur Geschichte, einer Ausstellung unter anderem in der Stiftskirche St. Anastasius und St. Innocentius, über den Kirchenschatz und die Geschichte des Gandersheimer Frauenstifts informieren. Wenn ihr euch für das UNESCO-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft interessiert, seid ihr im Welterbe-Infozentrum des ZisterZienserMuseums Kloster Walkenried genau richtig. Im dortigen Welterbe erhaltet ihr sämtliche Informationen zum Thema Welterbe im Harz im Rahmen einer spannenden Ausstellung.

Schlechtes Wetter im Harz? Egal! Euer Erlebnis beginnt jetzt!

Porträt

Maddie ist neben ihrem Job als Marketingmitarbeiterin, Fotografin und Bloggerin sehr gerne in der Natur unterwegs. Seit dem Sommer 2016 begleitet sie dabei ihr treuer vierbeiniger Weggefährte Barney und manchmal auch der Hundepapa. Nach ausgiebigen Touren bloggt sie darüber.