Haufen, der durch die Sand Ausscheidung der Wattwürmer entsteht
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Wattwurm in der Hand
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Small Fi­ve


Den Begriff „The Big Five“ haben Sie in Zusammenhang mit den Nationalparks in Afrika bestimmt schonmal gehört. Doch kennen Sie auch die „Small Five“? Die leben gar nicht so weit entfernt, nämlich im Wattenmeer. Dort wechseln sich Ebbe und Flut circa alle sechs Stunden ab und geben Ihnen so die Möglichkeit die „Small Five“ bei einer Wattwanderung zu entdecken. Denn erst wenn sich der Meeresboden zeigt und Sie genau hinschauen, sind die kleinen Fünf zu erkennen.

Die „Small Five“ sind die fünf wichtigsten Tiere im Nationalpark Wattenmeer und wahre Überlebenskünstler: Sie sind angepasst an die Herausforderungen der Gezeiten, trotzen Regen und Frost. Aber auch die Hitze macht ihnen nichts aus.

Der Wattwurm, die Herzmuschel, die Strandkrabbe, die Wattschnecke und die Nordseegarnele bilden die berühmten Fünf.

Infografik Small Five
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Der Watt­wurm


Der Wattwurm ist einer der bekanntesten Tiere im Wattenmeer. Trotzdem ist er nicht leicht zu entdecken. Die typischen Sandhaufen sind sein Erkennungszeichen.

Der Wattwurm ähnelt dem Regenwurm und lebt durchschnittlich fünf Jahre. Sein Lebensraum sind etwa 30 Zentimeter tiefe Röhren im Sand des Watts – in U-Form. Er frisst den Sand des Nordsee-Watts und trägt damit wesentlich zum Ökosystem Wattenmeer bei. Tatsächlich wird der gesamte Sand des Nordsee-Watts bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern jährlich gefressen - und wieder ausgeschieden. Dabei entstehen die markanten Sandhäufchen, die während der Ebbe auf dem Meeresgrund zu sehen sind.

Wichtige Nährstoffe gelangen dadurch an die Oberfläche und der Boden wird mit Sauerstoff versorgt. Im Winter passt er seine Körpertemperatur der Außenumgebung an. Dadurch verbraucht er sehr wenig Energie und sehr wenig Nahrung. Im Winter bleibt er in seiner Röhre, wo er vor Frost und Kälte geschützt ist.

Die Herz­mu­schel


Herzmuscheln leben auf dem Boden des Wattenmeeres. Die wohl häufigste Muschel im Wattenmeer hat ihnren Namen ihrem herzförmigen Querschnitt zu verdanken. Die Schale ist gewellt und robust.

Die Muscheln haben einen zungenartigen Fuß, mit dem sie sich im Watt eingraben können. Dabei wird der Fuß in den Boden gedrückt, dort verankert und die Schale hinterhergezogen. In kleinen Wattpfützen sind größere Herzmuscheln gut durch ihre zwei Siphoöffnungen erkennbar, die in der Sonne reflektieren. Mit diesem kurzen Atemrohr kann Meereswasser hineinströmen. Mit den Kiemen werden dann kleine Nahrungspartikel herausgefiltert.

Die Strand­krab­be


Die Strandkrabbe gehört zur Gattung der Krebstiere und ist an der Küste weit verbreitet. Sie ist mit einem fünfeckigen Rückenpanzer und zwei gestielten Facettenaugen ausgestattet. Die Augen können zum Schutz auch in die Augengrube eingeklappt werden.

Mit den beiden Antennen zwischen den Augen kann die Krabbe fühlen und riechen. Die Strandkrabbe wird nicht kommerziell gefischt, hat mit Fischen und Seevögeln allerdings viele natürliche Feinde. 

 

 

Die Watt­schne­cke


Die Wattschnecke ist die schnellste Schnecke der Welt! Sie kann mit Hilfe einer Luftblase die Wasseroberfläche erreichen und läßt sich mit der Strömung forttreiben. Anstelle zu kriechen kann sie so bis zu 4 km/h erreichen. Dabei ist die dunkelgelb bis braunschwarze Schnecke gerade einmal 7 Millimeter groß.

Die Tiere sind zunächst kaum zu erkennen. Entdeckt man jedoch eine Schnecke, wird es nicht die einzige bleiben: auf einem Quadratmeter können 20.000 Wattschnecken leben. 

 

 

Die Nord­see­gar­ne­le


Die Nordseegarnelen werden bis zu 8 Zentimeter lang, haben lange Antennen und Stielaugen. Sie vergraben sich bevorzugt im Sand und werden 2 bis 5 Jahre alt. Während der Flut wandern sie auf die Wattflächen hinauf. Während der Ebbe sind sie in den Prielen.

Die Nordseegarnelen werden auch als Krabben bezeichnet und sind eine kulinarische Delikatesse an der Nordseeküste. Wie wäre es, mal ein paar Krabben selber zu puhlen?

 

 

Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer

Imke Zwoch
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Telefon: 04421-911 290

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