Fahrradweg durch das Pirolatal auf Langeoog
© Tourismus-Service Langeoog, Martin Foddanu
Blogger Robert Wenzel
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Kli­ma­freund­lich un­ter­wegs


Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Wir wollen raus aus dem Alltag, Besonderes erleben und das möglichst ohne Verzicht. Anderseits wissen wir auch, dass unser Reiseverhalten einen Einfluss auf das Klima unserer Erde hat. Zu gerne würden wir das auf unseren Urlaubsreisen ausblenden. Der Klimawandel beeinflusst uns mittlerweile in nahezu allen Lebensbereichen. Aus diesem Grund gibt es immer mehr Menschen, die ihren nachhaltigen und klimaschonenden Lebensstil auch im Urlaub ausleben möchten. Wir geben Ihnen 10 einfache Tipps, wie Sie Ihre Sehnsuchtsorte in Niedersachen erleben können, ohne ihnen gleichzeitig zu schaden. Kommen Sie mit auf eine klimafreundliche Reise durch Niedersachsen und lernen, wie Sie mit einfachen Mitteln selbst aktiv werden können. Wagen Sie diesen Blickwechsel und seien Sie gespannt, welche tollen Inspirationen Niedersachsen für Sie bereithält.

1. Informieren Sie sich

Eine Reise zu planen ist oftmals nicht einfach, denn es gilt viele Dinge im Vorfeld zu klären: Man möchte ein spannendes Reiseziel, einen guten Preis, eine komfortable Anreise und abwechslungsreiche Aktivitäten vor Ort finden. Da rückt ein Thema oftmals in die Vergessenheit. Doch wussten Sie, dass Sie bereits bei der Planung Ihrer Reise die Weichen für einen klimabewussten Urlaub stellen können? Wir zeigen Ihnen wie.

Wählen Sie eine möglichst kurze An- und Abreise – das schont das Klima. Ein Trip nach Niedersachsen ist daher eine gute Wahl. Suchen Sie auf der Webseite Ihrer Reiseregion nach Informationen zur klimafreundlichen An- und Abreise, wie Sie vor Ort auch ohne eigenes Auto mobil sein können und zu umweltverträglichen Angeboten. Werden Sie auf der Webseite nicht gleich fündig? Rufen Sie in Ihrer Region an oder schreiben Sie eine Mail. Ihnen wird gerne weitergeholfen.   

Wussten Sie, dass die Nationalen Naturlandschaften in Niedersachsen eine zentrale Rolle beim Klimaschutz einnehmen? Informieren Sie sich vor Ihrer Reise, ob Sich ein Nationalpark, ein Naturpark oder ein Biosphärenreservat in der Nähe befindet. Dort warten viele klimafreundliche Urlaubsaktivitäten auf Sie.

MacBook Bildschirm mit www.reiseland-niedersachsen.de
© Christian Mayer

2. Buchen Sie grün

Kaum ein Reiseland bietet ein so vielfältiges Angebot an besonderen Übernachtungsmöglichkeiten, wie Niedersachsen: Von der Eco-Lodge, über Baumhaushotels, naturnahen Campingplätzen, individuellen Hotels und urigen Bauernhöfen. Viele Gastgeber in Niedersachsen wirtschaften seit jeher im Einklang mit ihrer Umwelt. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, werden Sie bei unseren Grünen Betrieben in Niedersachsen fündig. Diese ausgezeichneten Betriebe setzen sich aktiv für den Klimaschutz in Niedersachsen ein. Sie nutzen erneuerbare Energien, ökologische Bauweisen oder verwenden regionale und biologisch erzeugte Lebensmittel.

Die Unterkunft ist Ihnen nicht genug & sie wollen bei der Urlaubsplanung in Sachen Nachhaltigkeit auf Nummer sichergehen? Schauen Sie doch mal auf der Webseite Celle nachhaltig erleben vorbei. Dort finden Sie tolle Anregungen, wie Sie Ihren gesamten Aufenthalt in der historischen Fachwerkstadt nachhaltig und somit klimafreundlich gestalten können.

Nachhaltige Übernachtungsmöglichkeit bei Henne, Gans und Co in der Region Elbe Wendland
© Anett Melzer

3. Weniger ist mehr

Packen Sie nur das nötigste an Gepäck für Ihre Urlaubsreise zusammen. Damit reist es nicht nur leichter, sondern spart auch CO2 im Transport. Klingt auf den ersten Blick unbedeutend. Aber wenn jeder der Millionen Gäste, die jährlich nach Niedersachsen reisen, einen Kilogramm Gepäck sparen würde, wäre dem Klima schon geholfen. 

Schalten Sie ab! – am besten schon vor der Reise: Ziehen Sie alle unnötigen Stecker von elektronischen Geräten bevor Sie die Wohnung in den wohlverdienten Urlaub verlassen. So sparen Sie Strom und schonen gleichzeitig das Klima. Stellen Sie auch Ihre Heizung auf ein nötiges Minimum, vielleicht hat Ihr Heizsystem sogar einen „Urlaubs-Modus“?

Wanderrucksack steht auf einem Bohlenweg
© TMN/Alexander Kaßner

4. Steigen Sie um  

Für eine klimafreundliche An- und Abreise gilt: Bestenfalls zu Fuß und mit dem Fahrrad, besser mit Bahn und Bus, nur notfalls mit dem Auto und (möglichst) niemals mit dem Flugzeug.

Nach wie vor reisen (zu) viele Gäste in Niedersachsen mit dem privaten PKW an. Das ist nicht nur schlecht fürs Klima, sondern sorgt auch für volle Straßen und Parkplätze. Machen Sie stattdessen die Anreise mit dem ÖPVN doch zum Teil des Reiseerlebnisses. Getreu dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Reisen Sie entspannt und genießen die Landschaft bereits aus dem Zugfenster. Nehmen Sie sich die Zeit während der Fahrt Land & Leute kennenzulernen. Wer weiß welchen spannenden Geheimtipp Ihnen der einheimische Pendler für seine Heimat geben kann?

Mit unzähligen Bahn- und Fernbusverbindungen kommen Sie in fast alle Regionen Niedersachsens. Mittlerweile gibt es immer mehr Gastgeber, die einen Abholservice vom nächstgelegenen Bahnhof anbieten. Einige Beherbergungsbetriebe, wie zum Beispiel auf der autofreien Insel Spiekeroog, honorieren die klimafreundliche Anreise Ihrer Gäste und geben einen Rabatt auf die Übernachtung, wenn Gäste mit der Bahn anreisen. Fragen Sie direkt bei der Buchung nach, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten.

RegioBus mit Fahrradanhänger
© regiobus Hannover GmbH / Nick Langer

5. Vor Ort unterwegs

Falls sich eine Anreise mit dem eigenen PKW nicht vermeiden lässt, dann lassen Sie das eigene Auto wenigstens vor Ort stehen. Nutzen Sie die Mobilitätsangebote in Ihrer Tourismusregion. In der Lüneburger Heide kommen Sie in der Sommersaison mit dem kostenfreien Entdeckerbus Heide Shuttle emissionsarm von A nach B. Wenn Sie an der Nordsee ohne eigenes Auto mobil sein wollen,  können Sie unter anderem in den Touristinformationen von Dornum, Wangerland und Krummhörn-Greetsiel das Elektroauto Nordsee-Flitzer ausleihen und die Region nachhaltig erkunden.  

Noch emissionsfreier erkunden Sie Ihre Urlaubsregion mit dem Fahrrad, dem Kanu oder in den eigenen Wanderschuhen. Wussten Sie, dass es in der Urlaubsregion Mittelweser mittlerweile ein Netzwerk aus über 150 Ladestationen für Ihre mehrtägige Tour mit dem Elektrofahrrad gibt?

Paar fährt Kanu auf der Luhe
© Alexander Kaßner

6. Sparen Sie Wasser, Strom und Müll

Immer mehr Gastgeber in Niedersachsen informieren ihre Gäste, wie Sie während des Aufenthalts aktiv zum Einsparen von Ressourcen beitragen können. Nehmen Sie diese Hinweise ernst. Es erleichtert nicht nur den Arbeitsalltag Ihrer Gastgeber, sondern spart Kosten und klimaschädliche Emissionen. Nutzen Sie Ihre Handtücher so, wie Sie es zu Hause auch tun würden. Schalten Sie die Heizung oder die Klimaanlage vor Verlassen des Zimmers. Tragen auch Sie durch einen sparsamen Wasserverbrauch beim Duschen, Baden und Kochen aktiv zum Klimaschutz bei.

Denken Sie bei Ihrer Reise nach Niedersachsen auf jeden Fall an Ihre wiederverwendbare Trinkflasche, um unnötigen Plastikmüll zu vermeiden. Wussten Sie, dass Langeoog die erste deutsche Fair-Trade-Insel ist? Dort nehmen Restaurants und Cafés am RECUP-Pfandbechersystem teil und vermeiden somit eine Menge Müll auf der Insel.

nachhaltige Getreideprodukte in einem Bioladen in Hannover
© TMN/Henning Scheffen

7. Dem Klima auf der Spur

Sie möchten sich während Ihrer Urlaubsreise über das Thema „Klima“ informieren und daraus ein ganz besonderes Erlebnis machen? In Niedersachsen finden Sie an ganz unterschiedlichen Orten spannende Initiativen, tolle Projekte und engagierte Menschen. Vielleicht nehmen Sie einige spannende Anregungen zum Klimaschutz aus Niedersachsen mit nach Hause.

Kennen Sie die außergewöhnliche Initiative „der Wald Ruft“ vom Harzer Tourismusverband? Dort erfahren Sie alles über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Urlaubsregion Harz und wie Wege gefunden werden, mit dieser Herausforderung umzugehen. Ein wirklich tolles Projekt.

Besuchen Sie während Ihres Aufenthalts in Ostfriesland unbedingt das Energie-, Bildungs- und Erlebnis-Zentrum (EEZ) in Aurich. Das EEZ informiert Sie auf beeindruckende Art und Weise, wie die Themen Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in Niedersachsen zusammengehören.

Möchten Sie das Thema Klima auf eigene Faust entdecken? Der 42 km lange Rundradweg „KlimaWandel hautnah“ im Teufelsmoor führt entlang von 9 Klimastationen durch die Welt des Klimawandels. Jede Station widmet sich Phänomenen, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen.

Außenaufnahme des EEZ Aurich
© Andreas Burmann

8. Klimaschutz auf dem Teller

Im Urlaub will man sich auch mal etwas gönnen. Das steht außer Frage und ist wirklich jedem gegönnt. Aber wussten Sie, dass auch unser Konsum einen Einfluss auf den Klimawandel hat? So sind bestimmte Lebensmittel klimafreundlicher als andere. Eine vegetarische oder vegane Ernährung beispielsweise trägt erheblich zum Klimaschutz bei. Aber wussten Sie, dass tolles Wildfleisch aus heimischen Wäldern eine klimafreundlichere Alternative zum Rumpsteak aus Argentinien ist? Die Forelle aus der Lüneburger Heide ist nicht nur eine tolle regionale Spezialität, sondern auch besser für das Klima als das Seelachsfilet aus Alaska. 

Kaufen Sie auch im Urlaub möglichst regional und saisonal ein. Denn regional bedeutet: kurze Wege, weniger Transport und meist weniger Plastik und Verpackung. Zudem schützen Sie nicht nur das Klima, sondern unterstützen auch die Erzeuger vor Ort. Eine tolle Übersicht über regionale Spezialitäten und Hofläden aus Niedersachen finden Sie hier.  

Kennen Sie schon unser regionales Superfood? Mit diesen Nährstoffbomben „Made in Niedersachsen“ tun Sie nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern auch gleichzeitig dem Klima etwas Gutes. In unserer Übersicht finden Sie viel Wissenswertes und tollen Rezepte zu unseren Superfoods.  

Sie sehen, es geht bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Niedersachsen nicht um totalen Verzicht, sondern um bewusstes Abwägen. Oftmals sorgen die tollen Alternativen aus Niedersachsen für einmalige Urlaubserlebnisse, die Ihnen sicher lange im Gedächtnis bleiben.

Modernes Grünkohlrezept: Grünkohlkartoffelauflauf mit Speck und Fetakäse
© Alex Kaßner

9. Gleichen Sie Ihre Emissionen aus

Es ist nicht immer möglich, eine Reise gänzlich klimaneutral zu gestalten. Sie können jedoch auch hier aktiv werden: Mit einem CO2-Rechner lässt sich im Handumdrehen ermitteln, wie viel klimaschädliche Emissionen Ihre Reise nach Niedersachsen verursacht hat. Diese Menge an Emissionen können Sie anschließend ausgleichen, indem Sie weltweit Klimaschutzprojekte unterstützen, die diese Emissionen an anderer Stelle „einsparen“. Empfehlenswerte Agenturen für den Ausgleich Ihrer Emissionen sind atmosfair und myclimate, die nach höchsten internationalen Standards kompensieren. Möchten Sie Ihre Emissionen in einem Projekt vor Ort ausgleichen und gleichzeitig zum Schutz der Moore in Niedersachsen beitragen? Dann empfehlen wir Ihnen eine Kompensation mit der Moorland-KlimaSpende, direkt in der wunderschönen Diepholzer Moorniederung.

Das Große und Weiße Moor im Landkreis Rotenburg / Wümme
© Tourow/Karl-Georg Müller

10. Berichten Sie von Ihrem Erlebnis

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und erzählen von Ihrer klimafreundlichen Niedersachsen-Reise. Seien Sie eine Inspiration für Freunde, Bekannte und andere Reisende in Niedersachsen. Teilen Sie in den Sozialen Medien Ihre Erfahrungen. Was ist gut gelaufen? Wo gab es Herausforderungen? Nutzen Sie zu diesem Zweck gerne folgende Hashtags #meinNiedersachsen #nachhaltigerReisen und #greentravel.

ein glückliches Paar sitzt auf einem Bootssteg an der Weser
© TMN/Markus Tiemann

Blogger Robert Wenzel

„Nach mehreren Stationen im In- und Ausland ist Robert in seine alte Heimat Niedersachsen zurückgekehrt. Nun lebt er wieder am Rande der wunderschönen Residenzstadt Celle. In seiner Freizeit durchstreift er am liebsten die Natur in der nahgelegenen Südheide auf der Suche nach Seeadler, Eisvogel oder Schwarzstorch. Im Niedersachsen-Blog teilt er seine persönlichen Tipps und Tricks für nachhaltige und klimafreundliche Erlebnisse in Niedersachsen.“