Hansehafen Stade
© Stade Tourismus GmbH / Martin Elsen
Bloggerin Katja Hein
Blog

Han­se­städ­te mit dem Wohn­mo­bil ent­de­cken


Ein Stadtbesuch mit dem Camper ist eine super Sache. Ideal ist besonders die damit verbundene Flexibilität. Denn so lassen sich nach Belieben Kultur und Freizeit optimal miteinander verbinden. Wer eine Stadt hautnah erleben möchte, findet dafür gut gelegene Wohnmobil-Stellplätze in günstiger Lage. Die Sehenswürdigkeiten sind nur einen Katzensprung vom Fahrzeug entfernt und oft zu Fuß erreichbar.

Egal, ob als Zwischenstopp auf einer längeren Campingtour oder als Reiseziel für einen Kurztrip, besonders in den niedersächsischen Hansestädten lässt sich allerlei erleben. Sie sind mindestens eine Reise wert.

Camping im Sommer
© Wohnmobilplatz am Donaubad

Urlaub auf den Spuren der Hanse: Städtetour mit Geschichte

Die Hanse ist ein bedeutendes Kapitel der deutschen Geschichte und prägte Jahrhunderte Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Europas. Sie ging Ende des 12. Jahrhunderts aus einigen norddeutschen Städten hervor und agierte in der Blütezeit von Nowgorod, Brügge, London und Bergen bis zu den Küsten Portugals. Neben Hafenstädten in den Küstenregionen waren auch Städte im Binnenland, vor allem an bedeutenden Flüssen, dabei. Auch die niedersächsischen Hansestädte spielten eine wichtige Rolle im mächtigen Wirtschaftsbündnis. Das hat beeindruckende Spuren hinterlassen: Reiche Kaufmannshäuser und andere historische Gebäude säumen die mit Kopfsteinen gepflasterten Straßen. Immer spielt auch das Wasser eine wichtige Rolle. Das Bündnis zerbrach. Inzwischen haben aber immer mehr Städte wieder den Namenszusatz "Hansestadt" erworben.

Auf der Tour geht es durch niedersächsische Hansestädte, in denen es mit dem Wohnmobil besonders schön ist. Die Auswahl war nicht leicht, denn auch die anderen Hansestädte sind unbedingt einen Besuch wert.

Fahrräder in der Hansestadt Buxtehude am Fleth
© Tourismusverband LK Stade/Elbe e. V./ Stefanie Scholl

Buxtehude – schöne Hansestadt im Alten Land

Die Hansestadt Buxtehude – bekannt auch als Märchenstadt – liegt in der Urlaubsregion Altes Land. Hier soll der Heimatort der Fabelfiguren Hase und Igel sein, deren Wettlauf durch die Aufnahme in Grimms Märchen weltbekannt wurde. Ein Bummel durch die Altstadt ist wie eine Reise in die „gute alte Zeit“. Der grachtenartig angelegte historische Stadtkern mit nostalgischer Atmosphäre und schönen Fachwerkhäusern lädt zum Verweilen ein. Sehenswert sind die Flethmühle, der Hafen und die ehemalige Markthalle, in der heute Buxtehuder Bier gebraut wird. Unbedingt probieren, wer in der Stadt übernachtet muss ja nicht fahren!

Der imposante Marschtorzwinger ist der letzte von ehemals fünf Rundtürmen.

Tipp: Besuchen Sie die St. Petri-Kirche. Sie ist ein eindrucksvolles Beispiel für einen Bau aus der Hansezeit.

Spazieren Sie durch schmale Gassen entlang der romantischen Flethanlage, eine Schleuse schützte den Ortskern vor Überflutung. Im Hafen gibt es einen schönen Wohnmobilstellplatz direkt am Wasser, der ideal für den Stadtbesuch liegt. Weitere Parkmöglichkeiten findet man am Schützenplatz.

Wohnmobilstellplatz in Buxtehude
Am Jachthafen
Am Hafen 5
21614 Buxtehude
www.bwvhansa.de/
Ganzjährig
Ver- und Entsorgung, Strom, WC, Dusche

Blick auf den Alten Hafen mit Kran in Stade
© TMN/Markus Tiemann

Stade – liebenswert und unbedingt einen Besuch wert

Schon ein kurzer Rundgang zeigt wie lebendig die wunderbar restaurierte Altstadt der ehemaligen Hansestadt Stade ist. Ein Spaziergang ist auch ein Streifzug durch die Geschichte. Das Wasser spielt in der Geschichte eine tragende Rolle. So wie am alten Hansehafen mit den schmucken Bürgerhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Wo früher Schiffe entladen wurden, gibt es heute gemütliche Kneipen und Cafés mit einladenden Sommerterrassen direkt am Wasser. Hier lassen sich wunderbare Stunden verbringen. Besonders zu Sonnenuntergang, wenn sich die letzten Strahlen auf dem Wasser spiegeln. Einer der schönsten Plätze in Stade ist der Fischmarkt. Mit seinem rekonstruierten Holzkran und umrahmt von Kaimauern und herrlichen Fachwerkhäusern, geht von ihm ein ganz besonderes Flair aus.

Weiter geht der Weg am barocken Turm der St. Cosmae-Kirche vorbei zum Rathaus. Es ist ein von der niederländischen Renaissance und vom Frühbarock geprägter Backsteinbau, dessen gotisches Kellergewölbe den großen Brand von 1659 überstanden hat. Ganz in der Nähe liegt der Pferdemarkt mit dem Zeughaus aus dem 17. Jahrhundert. Von dort ist es auch nicht mehr weit zur Insel mit dem Freilichtmuseum.

Stade ist ein beliebtes Reiseziel unter Wohnmobilfahrern und hat einen sehr gut ausgestatteten und angenehmen Wohnmobilstellplatz. Modern, nahe der Altstadt und dabei mit Blick ins Grüne. Da findet jeder ein angenehmes Plätzchen, solange es Kapazitäten gibt.

Wohnmobilstellplatz Stade „Am Schiffertor"
Schiffertorstraße 21
21682 Stade
Ganzjährig
Ver- und Entsorgung, Strom, WC, Dusche

Fluss in Lüneburg mit Brücke und Altstadt
© Francesco Carrovillano

Weißes Gold und mehr – Stadtbesuch in Lüneburg

Die Salz- und Hansestadt Lüneburg hat für Besucher einiges zu bieten. Das Salz und das Handelsbündnis Hanse machten die Stadt einst reich. Genau dieser Reichtum ist noch in vielen Patrizierhäusern zu erkennen. Neben schönen Giebelhäusern am Sande und am Markt, gibt es vor allem auch in der westlichen Altstadt malerische Häuser und verwinkelte Gassen. Das ist wunderschön zum Schlendern und Bummeln. Auch der Marktplatz rund um das Rathaus und der Lüneburger Stint im Wasserviertel sind Herzstücke der Stadt. Seinen Namen bekam der Stintmarkt durch die gleichnamigen Fische, die im großen Stil gehandelt wurden.

Auch die Lüneburger Saline ist präsent, denn hier wurde das „weiße Gold" verladen und verschifft. Als heimliches Wahrzeichen Lüneburgs zeugt der Alte Kran von dieser Zeit. In den pittoresken alten Giebelhäusern rundherum befinden sich beliebte Kneipen und Restaurants.

Tipp: Der Lüneburger Wasserturm mit seiner Aussichtsterrasse in 56 Meter Höhe bietet einen herrlichen Blick über die Stadt und über das Land. In der Adventszeit wird Deutschlands höchster Adventskranz am Turm installiert.

Hier möchte man gerne länger bleiben und das ist mit dem Camper sehr gut möglich. Der Wohnmobilstellplatz Lüneburg befindet sich zentrumsnah und doch ruhig an den Lüneburger „Sülzwiesen". Die Innenstadt mit ihren schönen historischen Gebäuden und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten liegt nur fünf Gehminuten entfernt. Auch große Wohnmobile können hier unterkommen.

Wohnmobilstellplatz in Lüneburg
Parkplatz Sülzwiesen
Am Bargenturm
21335 Lüneburg
Ganzjährig
Ver- und Entsorgung, Strom

Uelzen Hundertwasserbahnhof
© Lüneburger Heide GmbH

Uelzen – klein aber fein

In der einstigen Hanse- und Bierbrauerstadt Uelzen entstand zur Expo 2000 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser ein außergewöhnlicher Bahnhof. Von außen zeigt er einen interessanten Formenreichtum. Im Inneren bezaubern fantasievolle Mosaike und schillernde Farben. Vom Hundertwasser-Bahnhof führt der „Weg der Steine" zu den hübsch restaurierten Fachwerkgiebeln der Altstadt. Bunt bemalte Felsbrocken mit Tiermotiven und Phantasiewelten säumen den Weg.

Weiter geht der Bummel durch Fußgängerzone und verkehrsberuhigte Einkaufsstraßen. Gemütliche Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein. In der St.-Marien-Kirche trifft der Besucher auf das Goldene Schiff, das Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein Tafelaufsatz in Form einer Hansekogge. Die Herkunft der mittelalterlichen Goldschmiedearbeit ist unklar. Aber ein Bezug zum ehemaligen mächtigen Handelsbündnis scheint wahrscheinlich.

Wirklich schön und direkt am Wasser steht man mit dem Wohnmobil am Yachtclub von Uelzen. Von dort ist es nicht weit bis ins Stadtzentrum.

Wohnmobilstellplatz in Uelzen
Elbe-Seitenkanal
Riedweg 7
29525 Uelzen
Tel. 0581/432 11
www.yachtclub-uelzen.de
Ganzjährig
Ver- und Entsorgung, Strom, WC, Dusche

Oldenburg Stadt
© Francesco Carovillano

Oldenburg – Binnenhafen mit Flair

Oldenburg glänzt mit klassizistischen Bauten und einer schönen Altstadt. Von der einstigen Residenz ist das Schloss der Oldenburger Großherzöge übriggeblieben, in dem sich das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des Landes befindet. Vis-à-vis zur prachtvollen Schlosswache steht die St. Lamberti-Kirche. Die älteste Kirche der Stadt wurde um 1200 erbaut. Der Backsteinbau wirkt majestätisch. Im Inneren zeigt sich eine komplett andere Kirche, eine klassizistische Rotunde. Da das Gebäude im 18. Jahrhundert baufällig war, wurde es bis auf die Außenmauern abgerissen und im Inneren entstand eine neue Kirche im Barockstil. Der an das Pantheon in Rom erinnernde Rundbau ist bis heute Gottesdienstraum.

Oldenburg überrascht auch durch seine Lebendigkeit: Hier gibt es eine große Fußgängerzone, Niedersachsens wichtigsten Binnenhafen und blumengeschmückte Gärten und Bauernhöfe mitten in der Stadt.

Für Camper gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Etwa zweieinhalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befinden sich am Oldenburger Küstenkanal mehrere Stellplätze für Wohnmobile. Das ist ideal für den Stadtbummel. Weitere Parkplätze für Reisemobile gibt es an den Weser-Ems Hallen. Vier Kilometer vom Zentrum entfernt  und ganz idyllisch am kleinen Stadtsee liegt der Campingplatz am Flötenteich.

Wohnmobilstellplatz am Küstenkanal in Oldenburg
Westfalendamm
26131 Oldenburg
Ganzjährig
Ver- und Entsorgung am OLantis Huntebad

Campingplatz am Flötenteich in Oldenburg
Mühlenhofsweg 80
26125 Oldenburg
Anfang April-Ende Oktober
www.olantis.com/campingplatz-am-floetenteich

Weitere Hansestädte besuchen

Auch weiter südlich gelegene Städte in Niedersachsen gehörten der Hanse an. Ob Braunschweig, Hildesheim, Osnabrück, Einbeck oder Hannover, alle punkten mit wunderschönen alten Gebäuden und viel Geschichte! Empfehlenswerte Ziele für diie nächste Hansestadt-Tour.

 

Bloggerin Katja Hein

Sie ist seit 50 Jahren Camperin und jede freie Minute im Wohnmobil zwischen Südspanien und Nordkap unterwegs. Darüber berichtet Katja auf Hin-Fahren.de und gibt Tipps zu schönen Touren und Reisezielen sowie rund um Camping und Wohnmobil. Vor Kurzem ist der erste Reiseführer der Journalistin mit wunderschönen Wohnmobil-Touren durch Norddeutschland erschienen. Bei der Recherche hat sie auch Niedersachsen lieben gelernt.