Gegen das Vergessen: Literatur-Lesung am 24. Juli 2026

Lesung
„Gegen das Vergessen“ heißt der Titel eines Kultur-Projektes in Bleckede, das an ein Deutschland unter der Nazi-Diktatur erinnert.  Drei Literatur-Lesungen sind hier zusammengefasst. Die neue Reihe hatte am 23. Januar 2026 einen erfolgreichen Start. Gelesen wurde aus Alexander Kluges Buch “48 Geschichten für Fritz Bauer“. Es folgte am 17. April 2026 die Lesung: „Empfänger unbekannt“, Briefroman von Kathrine Kressmann-Taylor. Zur 3. Lesung und Abschluss der Reihe liest nun  Schauspieler Martin Skoda aus Hans Falladas berühmten Roman „Jeder stirbt für sich allein.“ 

Anlass der Lesung: Die Erinnerung an den 20. Juli 1944, an das Stauffenberg-Attentat, den Widerstand gegen Hitler und den Versuch, das NS-Regime zu stürzen.
 
Hans Fallada schrieb seinen letzten Roman im Herbst 1946 in weniger als vier Wochen und wie im Fieber: Ein Berliner Ehepaar, zwei alte Leute, einfacher Herkunft, planen im Berlin der Nazi-Zeit ihren persönlichen Widerstand. Nachdem ihr Sohn im Krieg gefallen ist, wollen sie ein Zeichen setzen: Zwischen 1940 und 1942 schreiben Anna und Otto Quangel Postkarten, die sie in den Treppenhäusern großer Mietshäuser in ihrem Viertel auslegen. Darauf Texte wie z. B. „Der gemeine Soldat Hitler und seine Bande stürzen uns in der Abgrund…“ Jede neue Aktion bedeutete größte Gefahr, denn längst hatte die Gestapo die Quangels und ihr Umfeld im Visier. Die Schlinge zog sich zu.
Falladas Roman beruht auf einem wahren Schicksal, dem Widerstand der Eheleute Otto und Elise Hampel,  aufgezeichnet  in einer Gestapo-Akte. Otto und Elise Hampel wurden in  Berlin-Plötzensee hingerichtet. Fallada hatte per Zufall Einsicht in die Akte nehmen können und übernahm die Fakten als literarische Vorlage.  Aus diesem bewegenden, erschütternden 700-Seiten Roman (ungekürzte Originalfassung)  liest Martin Skoda drei zusammenhängende Kapitel.
In der Nazi-Zeit lebte Hans Fallada zurückgezogen als „unerwünschter Autor“ in Mecklenburg. 1945 siedelte er nach  Berlin über, wo er 1947 starb. In seinem Vorwort zu „Jeder stirbt für sich allein“ vermerkte der Schriftsteller:….“es hat mir auch nicht gefallen, ein so düsteres Gemälde zu entwerfen, aber mehr Helligkeit hätte Lüge bedeutet.“
 
 
Die beiden Initiatoren dieser Lesungs-Reihe, Heidi Petermann und
Ekkehard Nau, sehen ihre Auswahl zur Erinnerungs-Kultur als
einen persönlichen Weckruf. Begleitet wird das Projekt „Gegen das Vergessen“ von der Bürgerstiftung Stadt und Schloss Bleckede und unterstützt von der Gosselk Stiftung.
Gegen das Vergessen
Eintritt: 12 Euro, Jugendliche bis 18 Jahren frei.
 

Gut zu wissen

Eignung

  • Schlechtwetterangebot

  • für jedes Wetter

  • Barrierefrei

  • Zielgruppe Jugendliche

  • Zielgruppe Erwachsene

  • Zielgruppe Senioren

  • für Gruppen

  • für Schulklassen

  • für Individualgäste

Lizenz (Stammdaten)

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