Ostfriesische Teezeremonie
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Autorenfoto Britta Meyer
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Ost­fries­land: 7 ku­li­na­ri­sche High­lights, die Sie pro­bie­ren soll­ten


Ganz im Nordwesten Niedersachsens liegt direkt an der Grenze zu den Niederlanden Ostfriesland. Hier werden bis heute viele besondere Traditionen gepflegt und auch die ostfriesische Küche bietet einige lokale Spezialitäten. Was sich hinten den teilweise kuriosen Namen verbirgt, verstehen nur Eingeweihte – und natürlich die Ostfriesen. Oder wüssten Sie direkt, was auf den Teller kommt, wenn Sie Prüllkers, Bohnsopp, Snirtjebraten oder Specken Dicken bestellen? Einige der kulinarischen Highlights Ostfrieslands stelle ich Ihnen hier vor und verrate, was Sie Sie im Urlaub in Ostfriesland unbedingt probieren sollten.

Ostfriesentee: Das Nationalgetränk der Ostfriesen

Ostfriesische Teezeremonie im Teemuseum
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Seit dem Sommer ist es amtlich: Die Ostfriesen sind Weltmeister im Teetrinken. Bei bis zu sechs Teezeiten pro Tag kommt jeder Ostfriese pro Jahr auf durchschnittlich 300 Liter Tee. Das Teetrinken wird in Ostfriesland regelrecht zelebriert und folgt ganz bestimmten Regeln. Ich lasse mich im Ostfriesischen Teemuseum in Norden in die Geheimnisse der Ostfriesischen Teezeremonie einweihen und lerne: Beim Teetrinken lässt sich sogar die Zeit anhalten. Aber der Reihe nach...

Klassisch wird der Ostfriesentee in Porzellan serviert und kommt auf den Punkt durchgezogen auf den Tisch. Zuerst legt man ein großes Stück Kluntje in die Tasse, anschließend wird der Tee darüber gegossen und lässt den Kandis knistern. Zum Schluss gebe ich mit dem Sahnelöffel die Sahne gegen den Uhrzeigersinn am Rand entlang in den Tee und schaue zu wie kleine Wölkchen aufsteigen. Die Richtung ist wichtig, denn so wird in Ostfriesland die Zeit angehalten und kehrt Gemütlichkeit ein. Umgerührt wird der Tee allerdings nicht. Der kleine Löffel ist nur dazu da, anzuzeigen wenn man keinen weiteren Tee möchte. Gut zu wissen: Weniger als drei Tassen sind bei Einladungen unhöflich.

Krabbenbrötchen: Der Klassiker an der Nordsee

Krabbenbrötchen
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Ein dick belegtes Krabbenbrötchen gehört für viele zum Urlaub am Meer einfach dazu – und auch in Ostfriesland ist es eines der Highlights. Besonders frisch bekommen Sie die Krabben natürlich in den kleinen Fischerörtchen entlang der Nordseeküste. Mein persönlicher Lieblingsort ist hier Greetsiel. In dem über 600 Jahre alten Hafen liegen derzeit 27 Krabbenkutter vor Anker, die größte Kutterflotte Ostfrieslands. Allein für den Blick auf diesen pittoresken Fischerhafen lohnt sich der Besuch.

Und natürlich gibt’s in Greetsiel auch frische Krabben in allen verschiedenen Varianten zu probieren. Das Krabbenbrötchen auf die Hand bekommen Sie zum Beispiel bei Greetje und können es sich auf einem Spaziergang Richtung Kutterhafen schmecken lassen. Aber Achtung: Die Möwen im Hafen sind auch hungrig. Passen Sie also auf, dass Sie Ihr Krabbenbrötchen nicht unerwartet teilen müssen…

Grünkohl: Das norddeutsche Wintergemüse

Grünkohl und Pinkel
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Eines meiner Winter-Highlights im Norden ist definitiv der Grünkohl. Der kommt auf den Teller, wenn es den ersten Frost gab und gehört zu den Klassikern der norddeutschen Küche. In Ostfriesland isst man den Grünkohl traditionell mit Pinkel und Kassler, dazu gibt’s frische Kartoffeln. Sogar eine Grünkohlsorte ist nach der Region benannt: die Ostfriesische Palme. Die besonders hochwachsende Sorte zählt heute allerdings zu den vom Aussterben bedrohten Grünkohlsorten. Aber egal welcher Grünkohl auf den Teller kommt, er ist einfach immer lecker und perfekt für einen kalten Winterabend. Die Zubereitung variiert von Region zu Region und auch vegetarische Varianten finden sich inzwischen immer öfter auf den Speisekarten.

Matjes: Die norddeutsche Heringsspezialität

Emder Matjes
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Noch so ein typisch norddeutsches Essen ist der Matjes, der auch in Ostfriesland für viele zu den kulinarischen Highlights eines Urlaubs gehört. Sie finden ihn gerade an der Küste in den verschiedensten Varianten auf fast jeder Speisekarte. Egal ob mit Pellkartoffeln, Bratkartoffeln oder als Matjesbrötchen – den jungen Hering müssen Sie auf jeden Fall probieren.

Am bekanntesten ist in Ostfriesland der Emder Matjes von Fokken und Müller. Die Räuchermatjesfilets des 1895 gegründeten Unternehmens zählen sogar zu den Kulinarischen Botschaftern Niedersachsens. Und wussten Sie, dass es in Emden eine jahrhundertealte Heringsordnung gibt. Falls Sie sich für Geschichte interessieren, erfahren Sie bei einem kulinarischen Stadtrundgang noch einige weitere wissenswerte Fakten und können anschließend Matjes probieren. Und wer sich die Emder Spezialität mit nach Hause nehmen möchte, schaut entweder im Werksverkauf von Fokken & Müller oder in einem der Fischläden der Stadt vorbei.

Mehlpütt: Die ostfriesische Dampfnudel

Mehlpütt
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Nach all den deftigen und herzhaften ostfriesischen Spezialitäten gibt es nun aber auch endlich etwas Süßes. Eines der traditionellen Desserts ist der Mehlpütt – quasi die ostfriesische Variante von Dampfnudel oder Germknödel. Aber wundern Sie sich nicht: Sie werden ihn auch als Klütje auf der ein oder anderen Speisekarte finden. In jedem Fall ist der Hefekloß aber echt lecker und wird traditionell mit eingelegten Birnen und Vanillesauce serviert, manchmal auch zusätzlich mit heißen Kirschen.

Ich probiere den Mehlpütt im Leckerpott in Emden. Unter dem Motto „de besünner köken“ gibt es hier eine ganze ostfriesische Speisekarte. Und während Sie sich durch die Spieskaart mit weiteren Gerichten aus der Region probieren, können Sie hier auch den Ausblick auf den Emder Ratsdelft genießen. 

Rullekes: Die ostfriesischen Neujahrskuchen

Rullekes
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Auch die nächste ostfriesische Spezialität hat verschiedene Namen und ist nur im Winter rund um den Jahreswechsel zu bekommen. Die Rullekes oder auch Rullerkes, Neeijahrskook oder Krüllkoken sind nämlich ein Gebäck, das traditionell zu Neujahr serviert wird. Dann werden die süßen Waffeln normalerweise Familie, Freunden oder Nachbarn zum Tee gereicht. In manchen Orten werden die mit Anis und Kardamom verfeinerten Waffelröllchen vorher auch noch mit Sahne gefüllt. Für die Herstellung hat man in Ostfriesland ein spezielles Neujahrskucheneisen im Schrank, dessen Innenseiten früher sogar mit kunstvollen Motiven verziert waren. Heute kann man die ostfriesische Neujahrsspezialität im Winter aber auch im Laden kaufen und schon in der Zeit vor und nach dem Jahreswechsel genießen.

Plattkekse: Der Glückskeks aus Ostfriesland

Plattkeks
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Wussten Sie, dass mehr als die Hälfte der Ostfriesen auch heute noch Platdüütsch sprechen? Die ostfriesische Volkssprache haben Vera und Lauritz als Grundlage für ihre gerade ziemlich angesagte Idee genommen: die Plattkekse. Für die ostfriesische Variante der Glückskekse haben sich die beiden mit Veras Großeltern Anna und Hans zusammengesetzt und ostfriesische Sprüche und Weisheiten aufgeschrieben. Über 250 sind inzwischen schon zusammengekommen – und eine dieser plattdeutschen Weisheiten findet sich in jedem Plattkeks. Die werden in Ostfriesland produziert und schmecken laut Vera nach Oma Annas Rullerkes. Zu kaufen gibt’s die Plattkekse online und im Laden in der Altstadt von Leer. Nehmen Sie doch am besten direkt eine Packung für zu Hause mit – als Erinnerung an den kulinarischen Ausflug nach Ostfriesland.

Sie haben Lust bekommen, sich selbst durch Ostfriesland zu probieren? Auf Instagram finden Sie die Tour in Bildern zum Nachreisen und zahlreiche weitere Tipps.

Autorenfoto Britta Meyer

Auf ihrem Reiseblog My Happy Places nimmt Britta die Leser mit zu ihren Lieblingsplätzen rund um den Globus. Ob Kurzurlaub, Städtereise, Roadtrip oder Mikroabenteuer vor der Haustür – die Geschichten auf My Happy Places dienen zur Inspiration und bieten außerdem zahlreiche Ideen und Tipps für die nächste eigene Reise.