Dominik Ketz, Lüneburger Heide GmbH | KI-optimiert | CC-BY-SA

Die Hüter der Landschaften

Hirten, Herden, Heimat

2026 ist das UN-Jahr der Weidewirtschaft – und Niedersachsen ist mittendrin!

Viele der Landschaften, die Niedersachsen so besonders machen, gäbe es ohne Weidetiere und ihre Hirten längst nicht mehr.

2026 rückt das UN-Jahr der Weidewirtschaft diese besondere Verbindung von Mensch, Tier und Natur weltweit in den Fokus und Niedersachsen zeigt eindrucksvoll, wie lebendig diese Tradition bis heute ist.

Passend zum UN-Jahr wurde die Lüneburger Heide zur „Weidelandschaft des Jahres 2026“ gekürt.

Lüneburger Heide

Heidschnucken

Die Lüneburger Heide ist ein historisches Meisterwerk der Natur – und die Heidschnucken sind ihre wichtigsten Pfleger. Täglich ziehen die Herden mit ihren Schäfern über die weiten Weidelandschaften. Sie verjüngen die Heide durch ihren Verbiss und halten junge Bäume in Schach. Ohne diese jahrhundertealte Tradition würde die einzigartige Heidelandschaft schnell zu einem Wald überwuchern. Abends kehren die tierischen Landschaftsschützer dann in ihre historischen, regionaltypischen Ställe zurück. 

Erleben Sie Naturschutz, der Tradition hat: Die Heidschnucken sind nicht nur die wichtigsten Landschaftspfleger der Lüneburger Heide, sondern auch ein echtes Erlebnis! Kommen Sie den Herden ganz nah: Begleiten Sie den Schäfer bei seiner Arbeit, erleben Sie den morgendlichen Austrieb aus den Ställen oder wandern und fahren Sie mit der Kutsche direkt zu den Herden. Ein besonderes Highlight für Familien ist das Lämmertreffen rund um Ostern. Vielfältige Naturerlebnisse bietet der Heidschnuckenweg – einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands.

[Die Gäste] sagen, dies harmonische Bild wie die Tiere sich […] durch die Heide bewegen, der Schäfer oder die Schäferin, die ein waches Auge hat, die Hunde die aufpassen […] das ist ein unnachahmliches Bild.

© Nico Mußmann
Carl Kuhlmann im Podcast HEIDE Geflüster
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Nordseeküste

Schafe

Weite Horizonte, frische Brisen und eine von Wasser geprägte Natur: Die Weidelandschaften von Marsch und Geest haben ihren ganz eigenen, rauen Charme. Hier übernehmen Tiere eine lebenswichtige Aufgabe. Für den Deichschutz sind Schafe unverzichtbar: Mit ihrem gleichmäßigen Tritt festigen sie den Boden und halten die Grasnarbe dicht – ein natürlicher Schutz für Mensch und Land. In den Moor- und Feuchtgebieten der Moormarsch zeigt zudem das Schwarzbunte Niederungsrind seine Stärken. Die robuste Rasse ist perfekt an nasse Standorte angepasst und trägt zur nachhaltigen Pflege dieser sensiblen Landschaften bei.

Die Landschaft aktiv und kulinarisch erleben
Entdecken Sie diese besondere Kulturlandschaft am besten aktiv! Bei einer Radtour oder einem ausgedehnten Spaziergang direkt am Deich werden Sie stets von weidenden Schafherden begleitet. Und auch der Genuss kommt nicht zu kurz: Die Region bietet eine Fülle an hochwertigen, lokalen Erzeugnissen. Probieren Sie feinen Käse und Schafsmilch, herzhafte Wurst und zartes Fleisch. Abgerundet wird das Angebot durch frische Eier von den regionalen Höfen und wunderbar wärmende Produkte aus echter Schafschurwolle – das perfekte Souvenir von der Küste.

DümmerWeserLand

Moorschnucken

Mit ihren 15 Hoch- und Niedermooren zählt die Diepholzer Moorniederung im DümmerWeserLand zu den bedeutendsten Moorlandschaften Niedersachsens. Eine einzigartige Naturkulisse – und Heimat einer ganz besonderen, bedrohten Haustierrasse: der Diepholzer Moorschnucke

Die robusten Moorschnucken sind die letzten ihrer Art – und vom Aussterben bedroht. Zwar liefern sie weniger Fleisch und Wolle als moderne Rassen, doch ihr Wert für den Moorschutz ist unersetzlich. Durch ihre Beweidung halten sie die Landschaft offen, fördern die Artenvielfalt und sichern das europäische Naturnetz NATURA 2000.

Einen der größten Bestände pflegt die BUND-Schäferei mit rund 1.000 Moorschnucken und 90 Ziegen. Um die alte Haustierrasse gesund und widerstandsfähig gegen Inzucht zu halten, kreuzen die insgesamt sechs Schäfereien der Region die Schnucken mittlerweile behutsam mit anderen Rassen. Neben der Moorschnucke ist auch die traditionelle Diepholzer Gans hier zu Hause.

Das Moor erleben & genießen:
Wer die Moorniederung entdecken möchte, kann bei Führungen in der BUND-Schäferei spannende Einblicke erhalten oder im Klimagarten und Barfußpark der Moorwelten mehr über die besondere Landschaft erfahren. Kulinarische Stadtführungen und Veranstaltungen wie der Diepholzer Gänsetag verbinden Natur, Geschichte und regionalen Genuss.

Harz

Rotes Höhenvieh

Früher waren sie die stämmigen Helfer der Bergleute im Harz: Das Harzer Rote Höhenvieh – genügsam, kräftig und perfekt angepasst an das raue Klima und die kargen Weiden des Mittelgebirges. Als Dreinutzungsrind lieferte es Milch und Fleisch und diente als Zugtier. Doch mit der Industrialisierung der Landwirtschaft verschwand die Rasse fast vollständig – zu gering war ihre Milchleistung im Vergleich zu Hochleistungsrassen.

Heute erlebt das Höhenvieh eine Renaissance – nicht als Milchlieferant, sondern als lebendiges Kulturgut und Landschaftspfleger. Die robusten Tiere weiden den ganzen Sommer über auf den artenreichen Bergwiesen, verhindern Verbuschung und fördern die Biodiversität. Gleichzeitig bewahren Züchter den einzigartigen Genpool dieser historischen Rasse – ein Stück Harzer Identität, eng verbunden mit der Bergbautradition.

Fleisch von höchster Qualität – natürlich gewachsen
Langsam herangewachsen auf saftigen Weiden, mit viel Bewegung und natürlicher Kost, entwickelt das Harzer Rote Höhenvieh ein aromatisches, feinfaseriges Fleisch mit zarter Maserung und wenig Fett. Eine Delikatesse, die in der Harzer Gastronomie und bei Direktvermarktern immer mehr Liebhaber findet.

Erleben & genießen:
Ob beim traditionellen Viehaustrieb, auf einer Hofbesichtigung oder beim Genuss regionaler Spezialitäten – das Harzer Rote Höhenvieh ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Naturpark Solling-Vogler

Exmoorponys, Heckrinder und Schafe

Im Herzen des Naturparks Solling-Vogler liegt eine der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands: der Hutewald Solling. Robuste Exmoorponys und urige Heckrinder durchstreifen den Hutewald, erhalten alte Strukturen und schaffen Raum für seltene Arten. Auf den Lichtungen und am Burgberg weiden Schafe verschiedener Rassen – darunter das traditionelle Leineschaf – und halten die Flächen offen. Auch Galloways und weitere Tiere der Weidegenossenschaft tragen dazu bei, dass diese historische Landschaft nicht zuwächst.

Besonders sehenswert sind die Exmoorponys im Hutewald, eine aus Großbritannien stammende Rasse, die sich hier bestens eingelebt hat. Und in Silberborn grasen sogar Rote Höhenvieh-Rinder, die sonst eher im Harz zu Hause sind.

Natur pur – zum Staunen und Genießen
Ob beim Wandern, Radfahren oder einfach nur Beobachten: Die Weidetiere des Solling-Vogler prägen das Landschaftsbild und machen jeden Besuch zu einem Erlebnis. Wer die Region auch kulinarisch entdecken möchte, findet unter der Regionalmarke „Echt!“ hochwertige Produkte aus dem Naturpark Solling-Vogler. Die Marke steht für regionale Herkunft, nachhaltige Erzeugung und echte Qualität

Erlebnisse

Weidewirtschaft hautnah

Begegnungen mit Heidschnucken

in der Lüneburger Heide

Dominik Ketz, Lüneburger Heide GmbH | CC-BY-SA

Moorschnucken

in der Ausstellung oder bei einer Exkursion