Mariendom Hildesheim, © Bischöfliche Pressestelle Hildesheim
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UNESCO-Welterbe Hildesheim


Bereits im Jahr 1985 wurden gleich zwei Hildesheimer Kirchen samt ihrer Kunstschätze von der UNESCO in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen: der Mariendom mit seinen beeindruckenden Bronzegüssen sowie die St. Michaeliskirche, eine der schönsten frühromanischen Kirchen in Deutschland. Beide Denkmäler sind herausragende Beispiele sakraler Baukunst und symbolisieren darüber hinaus die Schaffenskraft von Bischof Bernward, nach dem eine große Kunstepoche in Deutschland, die Bernwardinische Zeit, benannt wurde. Des Weiteren besticht das ebenfalls zum UNESCO-Welterbe gehörende Dommuseum mit seiner Vielzahl kirchlicher Kunstschätze.

Mariendom


Der Hildesheimer Mariendom, eine der ältesten Bischofskirchen Deutschlands, ist eine dreischiffige aus Werk- und Bruchsteinen erbaute Basilika. An die Hauptapsis schließt sich der Kreuzgang an, eine doppelgeschossige Dreiflügelanlage, in deren Innenhof sich das Wahrzeichen Hildesheims, der 1000-jährige Rosenstock befindet. Zum mittelalterlichen Inventar der Kirche zählen auch zwei monumentale Bronzegüsse, die Christussäule und die Bernwardtür. Die beiden Kunstschätze wurden aus einem Stück gegossen eine für die damalige Zeit bahnbrechende Leistung und technische Neuerung.

Im Dommuseum Hildesheim ist eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst zu finden: der Hildesheimer Domschatz, der ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes ist.

Das Dommuseum Hildesheim besitzt eine international bedeutende Sammlung mittelalterlicher Schatzkunst. Sie ist Teil des UNESCOWeltkulturerbes und zeigt ausgewählte Kostbarkeiten aus der Geschichte des Doms und den bedeutenden Domschatz mit wertvollen mittelalterlichen Kunstwerken. Die einzigartigen Objekte der Domschatzkammer reichen bis in die Zeit Bischof Bernwards (993 bis 1022) zurück, wie die silberne Krümme vom Stab des Abtes Erkanbald von Fulda, die silbernen Leuchter, das Kreuz Bischof Bernwards sowie die Goldene Madonna, eines der ältesten Bildwerke des Mittelalters. Das Oswaldreliquiar ist eine Stiftung des Welfenherzogs Heinrich des Löwen und seiner Gattin Mathilde, der Tochter des Königs von England.

St. Michaeliskirche


Der Bauherr der St. Michaeliskirche in Hildesheim ist kein Geringerer als der 1192 heiliggesprochene Bischof Bernward, ein Lehrmeister von Kaiser Otto III. Zum Dank für seine Dienste erhält Bernward einen Splitter des Heiligen Kreuzes. Der kostbaren Reliquie zu Ehren entsteht von 1010 bis 1022 ein Schlüsselwerk der mittelalterlichen Baukunst, das heute ebenso wie der 1046 erbaute Hildesheimer Mariendom mit dem 1000-jährigen Rosenstock zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Kirche ist ein bedeutendes Beispiel für die (vor)romanische Baukunst. Der Grundriss der doppelchörigen Basilika besticht durch seine strenge Symmetrie, und der den Aufriss des Mittelschiffs bestimmende Stützenwechsel ist eine der erfolgreichsten Erfindungen der ottonischen und romanischen Baukunst.

Übrigens: An Bernwards Grab in der Krypta der Michaeliskirche erhielt der Legende nach ein blindes Mädchen sein Augenlicht zurück.

St. Michaelis wurde im Laufe der Jahrhunderte sowohl baulich, als auch in ihrer Ausstattung mehrfach umgestaltet. Prunkstück im Inneren der Kirche ist die bemalte Holzdecke, die den Jessebaum, den Stammbaum Christi darstellt. Die in Deutschland einmalige Flachdecke, zu Beginn des 13. Jahrhunderts geschaffen, vermittelt einen faszinierenden Eindruck romanischer Monumentalmalerei. Der Gesamteindruck des (heutigen) Innenraums wird insbesondere durch den, von allen Seiten kommenden, Lichteinfall geprägt. Dabei kommen den Fenstern im Ost- und Westchor große Bedeutung zu.

1945 wurde die Kirche durch Bomben vollständig zerstört. Der Wiederaufbau von St. Michaelis nach ottonischem Vorbild, wurde mit der Weihe des Gotteshauses 1960 abgeschlossen. Heute ist die St. Michaeliskirche eine von drei Simultankirchen in Niedersachsen und wird gemeinsam von evangelischen und katholischen Christen genutzt. Seit 1985 zählt sie gemeinsam mit dem Hildesheimer Dom zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Besucherzentrum Welterbe Hildesheim & tourist-information

Rathausstraße 20
31134 Hildesheim
Telefon: +49 (0) 5121 / 17980

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