Siedlung Italienischer Garten (5), © Celle Tourismus und Marketing GmbH / Klaus Lohmann
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Barock trifft Bauhaus in Celle


Mit über 490 originalgetreu restaurierten Fachwerkhäusern stellt Celle als "Fachwerkjuwel an der Aller" das größte geschlossene Fachwerkensemble Europas dar und zählt zu einer der schönsten Fachwerk- und Residenzstädte Deutschlands. Das pittoreske Welfenschloss, das zu einem der schönsten seiner Art in Norddeutschland zählt, die historische Altstadt oder das einzigartige 24-Stunden-Kunstmuseum kenne viele.

Doch nur Wenigen ist bekannt, dass Celle mitunter als Geburtsort des „Neuen Bauens“ bezeichnet werden kann und beim Thema Bauhaus-Architektur in der Liga von Weimar und Dessau durchaus mitspielt. Sowohl quantitativ, betrachtet man die Vielzahl der wunderbar erhaltenen und teilweise noch in der ursprünglichen Bestimmung genutzten Bauwerke, als auch qualitativ, wenn man z.B. an die Altstädter Schule denkt, die in den 20er Jahren als „Glasschule“ internationale Aufmerksamkeit erlangte und Besucher aus aller Welt anzog. Die damalige Schulleitung musste die Besichtigungen aufgrund des Andrangs auf Donnerstag nachmittags und Samstag vormittags legen und dafür 50 Pfennige Eintrittsgeld erheben. Von den Einnahmen wurde Milch für die Schülerinnen und Schüler gekauft.

Doch neben einzigartigen Geschichten gibt es auch bemerkenswerte Fakten zum Thema „Neues Bauen“ in Celle. Fakt ist, dass die auch heute noch als Grundschule genutzte “Glasschule” zu den wichtigsten Bauhaus-Gebäuden weltweit zählt.

Zu verdanken hat Celle diese architektonisch globale Bedeutung dem Architekten Otto Haesler (1880-1962), der während der Weimarer Republik den sozialen Wohnungsbau von Celle aus perfektionierte. Durch seine klare Formsprache, die Nutzung von Grundfarben und die Einbeziehung in Celle hergestellter Stahlrohrmöbel zählt er neben Walter Gropius und Hannes Meyer zu den Pionieren und Wegbereitern des Neuen Bauens bzw. der Bauhaus-Architektur.

Viele dieser Baureihen wie z.B. die farblich imposante rot-blaue Siedlung Italienischer Garten und weitere Haesler-Gebäude wie das Direktorenhaus sowie das mit viel detailtreue betriebene Haesler-Museum stehen heute zur Besichtigung offen.

Celles Bauhaus-Architektur heute und 2019

Die sieben von Haesler in den Jahren von 1923 – 1931 in Celle entstandenen Bauten und Siedlungen sind heute überwiegend im Originalzustand erhalten und werden fast alle in Ihrer ursprünglichen Funktion genutzt. Im Bauhausjubiläumsjahr 2019 sollen die sieben Bauten und Siedlungen des „Neuen Bauens“ von Otto Haesler in Celle im Mittelpunkt stehen und auf verschiedenen Ebenen sowohl dem Fachpublikum als auch der Öffentlichkeit präsentiert werden: im Otto-Haesler-Museum und den original erhaltenden Schlichtwohnungen; zu Fuß, per Rad oder Segway entlang des Rundwegs zu seinen Bauten, in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen, Festen und Aktionen in und um die Original-Bauwerke von Otto Haesler.

Das Haesler Museum

Mit einer original erhaltenen und eingerichteten Arbeiter-Bauhaus-Wohnung, einer Arbeiterwohnung im Einrichtungsstand der 50er Jahre, einer Flüchtlingsunterkunft des Jahres 1945, einem original Wasch- und Badehaus Baujahr 1931 und einer umfangreichen Fotoausstellung über das Leben in einer Arbeiter-Bauhaussiedlung ist dieses Museum einmalig in Deutschland. Das Haesler Museum ist derzeit geöffnet jeden 1. Sonntag im Monat von 15:00 - 18:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeit nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Bauhaus-Architektur in Celle:

  • Altstädter Schule „Glasschule“, erbaut 1926/28
  • Rektorenhaus, erbaut 1926/28
  • Siedlung „St. Georg Garten“, erbaut 1925/26
  • Direktorenhaus, erbaut 1930/31
  • Siedlung „Italienischer Garten“, erbaut 1923/25
  • Siedlung „Galgenberg/Blumläger Feld“, erbaut 1930/31
  • Haesler Museum

Das Logo vom Bauhaus Celle in rot, © Celle Tourismus und Marketing GmbH / Bauhaus
© Celle Tourismus und Marketing GmbH / Bauhaus

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