Sprengel Museum Hannover, © Sprengel Museum Hannover
© Sprengel Museum Hannover
09.02. - 05.05.2019

UMBO. FOTOGRAF.


Der als Otto Maximilian Umbehr 1902 in Düsseldorf geborene UMBO, der heute als einer der wichtigsten Fotografen der Moderne gilt, studierte von 1921 bis 1923 bei Johannes Itten im Vorkurs am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Zur Fotografie fand er wenige Jahre später in Berlin. Ab 1926 entstanden hier im Künstler- und Schauspielermilieu seine ersten fotografischen Porträts, die schnell äußerst populär wurden und zahlreiche Fotografinnen und Fotografen beeinflusste. Die Melancholie der Großstadt wurde sein großes Thema. Seine poetischen Bildberichte ließen ihn zudem einem der Pioniere des modernen Bildjournalismus und zum Gründungsmitglied der Fotoagentur DEPHOT werden. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten führte zum gravierenden Einschnitt in UMBOS Leben. Nach Auflösung der Agentur war er weiterhin als Fotograf, vor allem im Bereichen Tanz und Varieté, tätig. Zwischen 1933 und 1938 ließ UMBO jüdische Praktikantinnen in seinem Atelier mitarbeiten und arbeitete selbst an Aufträgen für Ullstein, 1940 auch als Reporter für das nationalsozialistische Auslandsjournal „Signal“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Atelier UMBOs und damit auch sein Archiv bei einem Bombenangriff auf Berlin zerstört. Hannover wurde zum Lebensmittelpunkt des Künstlers. In den 1950er-Jahren entstanden Fotogramme, Portraits und Reportagen vor allem für britische Auftraggeber. Als Lehrer für Fotografie und als Mitarbeiter der Kestner-Gesellschaft blieb UMBO der Kunst verbunden, doch sein Werk, zu großen Teilen zerstört und in der Welt verstreut, geriet in Vergessenheit. 1979 zeigte die Spectrum Photogalerie im Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel, heute Sprengel Museum Hannover, eine erste Einzelausstellung UMBOs nach dem Zweiten Weltkrieg. Es folgte eine große monografische Ausstellung 1995 bis 1997, die in sieben deutschen und ausländischen Museen gezeigt wurde. Nun breitet die Ausstellung UMBO. Fotograf sein Werk unter Einbeziehung des umfangreichen Nachlasses, der 2016 gemeinsam mit der Berlinischen Galerie und dem Bauhaus Dessau dank zahlreicher Förderer erworben werden konnte, in großer Ausführlichkeit aus.

Veranstaltungsort

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

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