Seitennavigation

Niedersachsen als Drei-Sprachen-Land

vergrößern Düne mit blauem Himmel - Vergrößerte Ansicht

Düne mit blauem Himmel
© TourismusMarketing Niedersachsen GmbH/Peter Hamel

Düne mit blauem Himmel

Niedersachsen ist durch eine Vielzahl von Sprachen geprägt, die auf Zuwanderung von Menschen aus vielen Ländern der Erde beruht. Betrachtet man nur die germanischen Sprachen, stellt sich Niedersachen als Drei-Sprachen-Land dar, in dem neben Hochdeutsch zwei weitere Sprachen gesprochen werden, die heute unter dem Schutz der Europäischen Charta für Regional- oder Minderheitensprachen1 stehen, das Niederdeutsche und das Saterfriesische.

Hochdeutsch ist die jüngste einheimische Sprache in Niedersachsen. Das in Niedersachsen, vor allem im Raum Hannover, gesprochene Hochdeutsch wird als besonders „reines“ Hochdeutsch empfunden. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurde Niederdeutsch (Plattdeutsch) oft als einzige Muttersprache erworben und Hochdeutsch erst in der Schule gelernt.

Niederdeutsch, das in seiner heutigen Form als „Plattdeutsch“ bekannt ist, ist die einzige anerkannte Regionalsprache in Deutschland. Zugleich ist sie die zweitgrößte Regionalsprache in Europa, mit rund 1 Million aktiven Sprechern in Niedersachsen und ca. 2,7 Millionen aktiven Sprechern im gesamten norddeutschen Raum.2

Saterfriesisch (Seeltersk) ist die wahrscheinlich kleinste und am stärksten vom Aussterben bedrohte anerkannte Minderheitensprache in Europa. Saterfriesisch wird in der Samtgemeinde Saterland, 40 km westlich von Oldenburg, von noch ca. 1500 Menschen gesprochen. Es handelt sich um die einzige noch gesprochene Form des Ostfriesischen. Das Ostfriesische war ursprünglich an der Küste verbreitet. Dass sich im Saterland das Ostfriesische Jahrhunderte lang erhalten konnte, wird auf die Abgeschlossenheit des Saterlandes zurückgeführt, das zwischen Mooren lag und bis ins 19. Jahrhundert nur schwer zu erreichen war.

 


1Siehe 10 Jahre Europäische Sprachencharta in Niedersachsen, hrsg. von Jörg Peters & Gabriele Diekmann-Dröge, Oldenburg: Isensee Verlag, 2010.
2Schätzung aufgrund einer Umfrage des Instituts für Niederdeutsch in Bremen im Jahr 2007; s. Frerk Möller, Plattdeutsch im 21. Jahrhundert. Leer: Schuster, 2008.
 

Auch das könnte Sie interessieren:

weitere kulturelle Highlights aus Niedersachsen.

Goldenes Tor in den Herrenhäuser Gärten Hannover

Kultur und Geschichte in Niedersachsen

Kultur und Geschichte in Niedersachsen

Finden Sie Ihren Urlaub

Events, Unterkünfte und Angebote für Sie.