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Wissenswertes über Plattdeutsch

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Fischerstatuen Alt- und Jungfischer in Neuharlingersiel
© Ostfriesland Tourismus GmbH

Fischerstatuen Alt- und Jungfischer in Neuharlingersiel

Welche Sprachen gibt es in Niedersachsen?

Betrachtet man nur die germanischen Sprachen, stellt sich Niedersachen als Drei-Sprachen-Land dar, in dem neben Hochdeutsch zwei weitere Sprachen gesprochen werden:

Hochdeutsch ist die jüngste einheimische Sprache in Niedersachsen. Das in Niedersachsen, vor allem im Raum Hannover, gesprochene Hochdeutsch wird als besonders „reines“ Hochdeutsch empfunden. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurde Niederdeutsch (Plattdeutsch) oft als einzige Muttersprache erworben und Hochdeutsch erst in der Schule gelernt.

Niederdeutsch, das in seiner heutigen Form als „Plattdeutsch“ bekannt ist, ist die einzige anerkannte Regionalsprache in Deutschland. Zugleich ist sie die zweitgrößte Regionalsprache in Europa, mit rund 1 Million aktiven Sprechern in Niedersachsen und ca. 2,7 Millionen aktiven Sprechern im gesamten norddeutschen Raum.

Saterfriesisch (Seeltersk) ist die wahrscheinlich kleinste und am stärksten vom Aussterben bedrohte anerkannte Minderheitensprache in Europa. Saterfriesisch wird in der Samtgemeinde Saterland, 40 km westlich von Oldenburg, von noch ca. 1500 Menschen gesprochen. Es handelt sich um die einzige noch gesprochene Form des Ostfriesischen. Das Ostfriesische war ursprünglich an der Küste verbreitet. Dass sich im Saterland das Ostfriesische Jahrhunderte lang erhalten konnte, wird auf die Abgeschlossenheit des Saterlandes zurückgeführt, das zwischen Mooren lag und bis ins 19. Jahrhundert nur schwer zu erreichen war.

Woher kommt das Niederdeutsche?

Die Geschichte des Niederdeutschen reicht mehr als 1000 Jahre zurück. Die ältesten Schriftzeugnisse stellen die Weserrunen dar. Es handelt sich um wenige Schriftzeichen, die in Knochen geritzt wurden und in den Jahren 1927-28 angeblich bei Grabungsarbeiten im Unterwesergebiet ans Licht kamen. Die Knochen mit den Weserrunen sind im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg ausgestellt.

Was genau ist nun Plattdeutsch?

"Plattdeutsch" wird heutzutage häufig mit dem Begriff "Niederdeutsch" gleichgesetzt. Allerdings gibt es eine klare Abgrenzung dieser beiden Begriffe:

Niederdeutsch heißt diejenige Sprache, die das Altsächsische, das Mittelniederdeutsche und das Neuniederdeutsche bis in unsere heutige Zeit umfasst. Plattdeutsch heißt demgegenüber das Neuniederdeutsche, insbesondere das heute gesprochene Niederdeutsch. Plattdeutsch ist also ein Teil des Niederdeutschen, umfasst aber nicht alle Sprachstufen des Niederdeutschen.

Wo wird Plattdeutsch gesprochen?

Plattdeutsch wird in allen nördlichen Bundesländern gesprochen: in Niedersachsen, dem nördlichen Teil Nordrhein-Westfalens, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, in Teilen Sachsen-Anhalts und in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Das Berlinische ist eine hochdeutsche Stadtsprache, die allerdings starke niederdeutsche Einflüsse aufweist.

Welche Dialekte gibt es?

Es gibt nicht nur ein Platt, sondern viele Formen des Platt. In der Sprachwissenschaft werden folgende Dialektregionen im norddeutschen Raum unterschieden:

  • Nordniedersächsisch
  • Westfälisch
  • Ostfälisch
  • Mecklenburg-Vorpommersch
  • Brandburgisch (oder Märkisch)

Das Nordniedersächsische umfasst das nördliche Niedersachsen und Schleswig-Holstein und gliedert sich in das Ostfriesische Niederdeutsch, Emsländisch, Oldenburgisch, Nordhannoversch (zwischen der unteren Weser und Elbe), Holsteinisch und Schleswigisch. 

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